Rezension: H. Plattner “Design Thinking”

29. März 2009 » 4 Kommentar(e)

plattner_lay07.inddHasso Plattner ist einer der fünf Gründer von SAP, vermutlich einer der reichsten Deutschen und mittlerweile neben seinem Unternehmertum in vielen Bereichen Wissenschafts-Förderer. Plattner hat nicht nur mitgeholfen, Bibliotheken aufzubauen und an der Stanford Uni ein Institut zu errichten, sondern ist Anti-AIDS-Kampagnen-Unterstützer und Gründer des Hasso-Plattner-Instituts an der Uni Potsdam.

An diesem Institut wiederum gibt es die unglaublich interessante HPI School of Design Thinking, an der seit dem Wintersemester 2007/2008 Studenten aus Berlin-Brandenburg eine einjährige (kostenlose) Zusatzqualifikation in Design Thinking erwerben können. (Nebenbei: Die haben übrigens auch einen lesenwerten und schicken Blog.)
(So, genug Vorgeplänkel…)

Design Thinking ist eine…

dt-processMethode zur Entwicklung innovativer Ideen in allen Lebensbereichen. Entwickelt von David Kelley, dem Gründer der weltweit agierenden Design-Agentur IDEO, basiert das Konzept auf der Überzeugung, dass wahre Innovation nur dann geschehen kann, wenn starke multidisziplinäre Gruppen sich zusammenschließen, eine gemeinschaftliche Kultur bilden und die Schnittstellen der unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven erforschen.

(Quelle: HPI-Institut)
Das Buch “design Think!ng” ist unterteilt in 4 Kapitel und stellt die Design-Thinking-Vorgehensweise, ein wenig Motivation und Hintergrund zu Design-Thinking und beispielhafte Projekte vor:

  1. Die Welt braucht mehr Innovationen
  2. Design Thinking
  3. Zukünftige Entwicklungen
  4. Bespielhafte Design-Thinking-Projekte

Im ersten Abschnitt (und kurz davor) geht es um die Entstehungsgeschichte und -gründe des Design-Thinking (100 Seiten), im zweiten Kapitel dann eine kurze, direkte Einführung ins Hauptthema (36 Seiten). Das dritte Kapitel nimmt sich drei Entwicklungslinien (auf 35 Seiten) vor und im vierten Abschnitt gibt es neun Beispiele erfolgreicher Studentenprojekte (55 Seiten).
Das Buch ist mit viel Verve geschrieben, das Engagement des Gründers ist überall zu spüren. Hasso Plattner und seinen beiden Mitautoren Christoph Meinel und Ulrich Weinberg geht es um das große Ganze, um ein großes Konzept, Ideen zu entwickeln und umzusetzen.  Ich fand es anregend, Beispiele von diesem multidisziplinären Understand-Test-and-Develop-Ansatz zu lesen.
Stark im Vordergrund des Buchs stehen immer wieder die beiden Standorte des HPI in Stanford und Potsdam und der Nutzen des Studiengangs. Das ist an einigen Stellen nicht ganz so flüssig und teilweise wiederholt es sich (z.B. das rote Sofa und die Einrichtung…!)
Gerne hätte ich das zweite Kapitel ausführlicher gehabt (und dafür weniger Institutspräsentation), aber wie im Buch angedeutet kommt da sicher bald mehr.
Spürbar blieb immer die Energie und die Leidenschaft hinter diesem Insitut und ich bin nach der Lektüre noch überzeugter, dass ich auch mal nach Potsdam fahren werde.
Fazit: wer einen kurzen Einblick in Design-Thinking gewinnen will oder mit dem Gedanken spielt, sich in Potsdam für das Zusatzstudium zu bewerben, hat hier ein gutes, kurzes Buch. Wer tiefere Erkenntnisse in Design-Thinking und deren Methoden wünscht, sollte auf die Fortsetzung warten. 220 Seiten kosten bei Amazon leider etwas teure €49,90.

» 4 Kommentare zu “Rezension: H. Plattner “Design Thinking””

  • sap mitarbeiter sagt:

    49,90 Euro sind entschieden zu viel für eine etwas überdimensionierte, dennoch stets oberflächliche Werbebroschüre für’s HPI (Potsdam, Stanford – oh mein Gott! Stanford!! Hört, hört!!)

    4,90 wären angemessen. Sofern man nicht um die verschwendete Zeit trauert.

  • Hpi Student sagt:

    Leider wahr!

  • Mir scheint hier kritisieren Leute, die das Buch gar nicht gelesen haben. Das Designkonzept ist total richtig und in der Praxis seit vielen Jahren schon umgesetzt aber leider viel tu wenig.
    Übrigens morgen hat Prof. Dr. Hasso Plattner Geburtstag. Viel Glück, alles Gute und liebe Grüße schickt Brigitte Plattner

  • Leserin sagt:

    Ei, Frau Plattner, etwa verwandt oder was soll die Anbiederei einerseits und die Verunglimpfung von zwei Menschen mit Innensicht?
    Offensichtlich haben Sie deren Kritiken nicht gelesen?!
    Nicht gegen den Design Thinking Prozess richtete sie sich.
    Also total falsch Ihr Ansatz hier!

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