(Fiktives Interview mit dem Autor Dan Roam)
Timo Off: Für eine gute Präsentation – benötige ich da Powerpoint?
Dan Roam: Nein.
TO: Aber einen Beamer und irgendeine Präsentationssoftware?
DR: Nein.
TO: Dann sicher mindestens ein Flipchart?
DR: Nicht unbedingt.
TO: Ja, wie soll ich denn dann visualisieren?
DR: Eine Serviette reicht aus…
Auf dieses Buch habe ich lange gewartet! Endlich erscheint es in deutschsprachiger Übersetzung, denn Dan Roams „The back of a napkin“ ist bereits Anfang 2008 erschienen und weltweit (besser: im englischsprachigen Raum) ein Bestseller.
Jetzt in der deutschen Übersetzung: „Auf der Serviette erklärt – Probleme lösen und Ideen verkaufen mit Hilfe von Bildern“.
Dan Roam nennt seine Vorgehensweise visuelles Denken, gleich am Anfang als expliziter Elevator pitch von ihm vorgestellt:
„Das ist mein Elevator Pitch: Visuelles Denken heißt, Ihr inneres Sehvermögen zu nutzen – sowohl mit den Augen als auch mit Ihrer Vorstellungskraft –, um Ideen zu entdecken, die sonst unsichtbar sind, diese Ideen schnell und intuitiv zu entwickeln und sie anderen dann so zu vermitteln, dass diese sie leicht begreifen.“
Auf seiner Seite Digital Roam noch etwas griffiger:
Visual thinking is 20% vision science, 20% cognitive science, 20% psychology, 20% information visualization, 20% show and tell, and about 5% poker.
Nicht nur die wiederholte Poker-Analogie macht das Buch höchst unterhaltsam. Unterteilt ist es in vier Kapitel, deren Überschriften
- Einführung
- Ideen finden
- Ideen entwickeln
- Verkaufsideen
ziemlich bieder daher kommen. Im Gegensatz dazu ist Roams Schreibe und seine Beispiele sehr erfrischend. Die deutliche Botschaften sind leicht verständlich und machen Mut es zu probieren. (Ja: ich bin ein gelber Zeichner, laut Test im Buch…)
Im ersten Teil definiert der Autor: Was ist Problemlösung mit Hilfe von Bildern, wie sehen die Bilder aus, verlaufen die vier Stufen des visuellen Denkens und kann das wirklich jeder?
Der zweite Teil dann noch weiter in die Tiefe: wie können wir besser hinsehen, d.h. gründlicher und wie können wir es uns deutlicher vorstellen? Was ist SQVID? Was ist <6><6>Modell?
Spätestens ab diesem Part zeigt sich Dan Roams Buchs als echtes Arbeitsbuch. Er schreibt zwar an einer Stelle:
Ich möchte, dass Sie dieses Buch in derselben Zeit lesen können, die Sie brauchen, um von einer Küste zur anderen zu fliegen, damit Sie am nächsten Tag Ihren Konferenzraum, Ihren Hörsaal oder Ihr Büro betreten und unverzüglich anfangen können, Probleme anhand von Bildern zu lösen.
Allerdings ist damit nur das reine Lesen gemeint: die etwa 300 Seite sind dank der vielen Bilder schnell gelesen. Doch dann kommt ja nach dem Lesen noch das Tun, also: Üben.
Im dritten Abschnitt wird dann ganz handfest am Beispiel einer fiktiven, krisengebeutelten Softwarefirma das ganze Repertoire durchgespielt.
Im vierten und letzten Teil ist dann Showtime! Die Geschäftsleitung soll (und wird) von der im dritten Abschnitt entwickelten Lösung überzeugt werden: ohne Computer, Powerpoint oder farbige Tischvorlagen, sondern mit dem Whiteboard. Schlußendlich als Zusammenfassung noch ein Taschenmesser als “visueller Problemlösungs-Werkzeugkasten”, der die wesentliche Aspekte des Buchs zusammenfasst.
Fazit: Wer etwas über visuelles Denken lernen (und ausprobieren!) will, dem rufe ich: Kauf das Buch! zu. Dan Roams Buch zeigt, dass einfache visuelle Mittel helfen, sein Denken zu strukturieren, Ideen zu finden und sie dann zu präsentieren. Es erscheint Mitte Juni im Redline Verlag und kostet dann z.B. bei Amazon €19,90.
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Das hört sich sehr gut an. Könnte ich gut gebrauchen! Werde es mir mal ordern!
Na das ist doch was für Vaters debilen Sohn. Möge es helfen. Werd’s erstmal selber checken und wenn es dem Überfliegen standhält ordern.